Umweltschutzorganisation präsentiert ersten Bundesländer-Report

11.09.2019
Die Gletscher in Österreich verlieren immer mehr Eismasse. Sommer 2019

(PA_Greenpeace) Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentiert erstmals einen Report zu den vielfachen Auswirkungen der Klimakrise auf Österreichs Bundesländer. Im Westen Österreichs leiden vor allem die alpinen Landschaften: Gletscherschmelze, tauende Permafrostböden und sterbende Almen sind die Folgen der Klimakrise in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark sind besonders betroffen von Dürre, Waldsterben und Extremwetterereignissen wie Hagel oder Stürmen, die Landwirte sind hier die größten Leidtragenden. Der Osten mit Niederösterreich, Wien und dem Burgenland ist von extremer Trockenheit und Hitze geprägt, aber auch Starkregen und Hochwasser setzen dieser Region zu.

“Die Klimakrise ist längst in Österreich angekommen. Wir leiden schon heute an den Folgen der Erderhitzung: Im Westen schmelzen unsere Gletscher, sterben unsere Almen und die Berge drohen auseinanderzubrechen. Im Osten kämpfen wir mit Hitze, Dürre, Stürmen und der Neusiedlersee trocknet immer weiter aus”, warnt Sophie Lampl, Kampagnendirektorin bei Greenpeace. Auf Basis der Analysen des Climate Change Centre Austria (CCCA)[1], hat Greenpeace für seinen Report die Orte des Geschehens in jedem Bundesland besucht und fotografisch dokumentiert, wie sich die Klimakrise schon heute auswirkt. So sind etwa höher liegende Regionen besonders betroffen: 
Schmelzende Gletscher in Tirol, sterbende Almen in Vorarlberg und tauende Permafrostböden in Salzburg fallen der zunehmenden Hitze zum Opfer. Im äußersten Osten ist der Neusiedlersee akut bedroht: Er droht auszutrocknen. Der Report verdeutlicht zudem, wo Mensch und Wirtschaft betroffen sind: Extreme Hitze in den Städten, allen voran Wien, das Waldsterben durch Brände oder den Borkenkäfer in Kärnten und Oberösterreich, verwaiste Skigebiete in der Steiermark oder extreme Trockenheit, die in Niederösterreich zu Ernteausfälle führt, setzen heimischen Bauern und Tourismusbetrieben zu.

Österreich ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark von der Erderhitzung betroffen. Während die globale Durchschnittstemperatur seit 1880 um knapp ein Grad Celsius angestiegen ist, ist der Anstieg in Österreich mit rund zwei Grad doppelt so hoch. “Klimaschutz muss endlich Priorität in der Politik haben. Nur so können wir das schützen, was uns lieb ist: unsere Berge, unsere Wälder und unsere Seen. Darum braucht Österreich dringend höhere Reduktionsziele bei den Treibhausgasen, eine ökosoziale Steuerreform und unser Land muss raus aus schmutzigem Öl. Egal wer die nächste Regierung stellt, diese Punkte gehören ins Regierungsprogramm. Jetzt nicht zu handeln bedeutet die leidenden Menschen und die betroffene Natur im Stich zu lassen”, stellt Lampl klar.

Der Greenpeace-Report zur Klimakrise in Österreich findet sich unter http://bit.ly/GPReportKlimakriseÖsterreich