Umbau des Energiesystems schreitet voran

Windkraft- und PV-Ausbau bei EVN Weiter CO2-Vergleich von Heizsystemen:

Zuwachs von 12.000 PV-Anlagen, 25.000 Batteriespeicher, 2.500 E-Ladestationsanfragen

15.01.2026
Umspannwerk Kettlasbrunn

(PA_Netz_NÖ) – „Der Wandel der Energiewirtschaft ist gerade voll im Gange. Kundinnen und Kunden stellen darin einen aktiven Teil dar, ebenso wie wir als Netzbetreiber. Wir arbeiten daran, die Energiezukunft durch den Ausbau der Infrastruktur und verstärkt durch den Einsatz intelligenter Systeme und Digitalisierung zu ermöglichen“, blickt Netz Niederösterreich Geschäftsführer Werner Hengst auf das vergangene Jahr zurück. Die Transformation der Energienutzung weg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energieträgern fordert unsere Netze.

Zusätzlich zu den Windanlagen zählen auch Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern zu den sichtbaren Zeichen der Energiezukunft. Nach dem Rekordjahr 2023 flachte die Zuwachsrate bei PV-Anlagen zwar etwas ab, aber auch im vergangenen Jahr haben sich knapp 12.000 niederösterreichische Haushalte neu für die Sonnenstromerzeugung entschieden – das ist ein Zuwachs von rund 10 Prozent. Insgesamt speisen derzeit mehr als 130.000 PV-Anlagen in das Netz der Netz NÖ ein. Für private Haushalte wird im Sinne der Eigenoptimierung die Kombination aus PV-Anlage und Speicher immer beliebter. Rund 25.000 Anfragen für kleinere und Großbatteriespeicher wurden 2025 an die Netz Niederösterreich gestellt.

Die größte Herausforderung stellt aktuell aber die enorme Menge an Speicheranfragen dar, die an das Netz NÖ herangetragen werden. Derzeit liegen Anfragen von knapp 6.000 MW vor – zum Vergleich: der Strombedarf von ganz Niederösterreich liegt bei maximal 1.600 MW. Neben der Einspeisung steigen die Anforderungen an das Netz auch auf der Verbraucherseite: So hat sich die Anzahl der Anfragen für E-Ladestationen im ausklingenden Jahr auf 2.500 verdreifacht und es liegen Anfragen für energieintensive Rechenzentren über rund 1.800 MW bei der Netz NÖ zur Bearbeitung auf.

Steter Ausbau und Modernisierung

Neben 700 neue Trafostationen und der Verlegung von rund 1.000 km Mittel- und Niederspannungskabel wurden im letzten Jahr die Arbeiten an sechs Umspannwerken abgeschlossen und gleichzeitig fünf neue Umspannwerks-Baustellen eröffnet. „Bis 2034 planen wir als Netz NÖ 55 Umspannwerke neu zu bauen beziehungsweise zu modernisieren“, weist Netz Niederösterreich Geschäftsführer Harald Dammerer auf die konkreten Ausbauziele des Netzbetreibers hin. 

Zusätzlich wurde eine neue Hochspannungsleitung von Ernsthofen nach Haag fertig gestellt und eine von Wasenbruck nach Wiener Neustadt begonnen. Sieben weitere Hochspannungsleitungen sind aktuell in der Planung. 

Dass die Arbeiten durchaus sehr herausfordernd sein können, zeigte sich im Kamptal. Um in der Nähe des alten Kraftwerks am Fuße der Burg Krumau ausreichende ebene Fläche für ein neues Umspannwerk zu schaffen, mussten sich die Mitarbeiter der Netz NÖ durch den Waldviertler Granit sprengen.