… für die Zukunft des historischen Wasserkraftwerks

08.04.2026

(PA_EVN) – Nach mehreren Gesprächsrunden unter der Federführung des niederösterreichischen Umweltanwalts Tom Hansmann konnte ein Durchbruch für die Zukunft des historischen Wasserkraftwerks Rosenburg erzielt werden. EVN sowie Vertreterinnen und Vertreter von Natur- und Umweltschutzorganisationen einigten sich in mehreren Runden auf einen tragfähigen Kompromiss.

Die EVN modernisiert den Standort inklusive Krafthaus, Technik und Staumauer, erhält dabei jedoch wesentliche Faktoren wie Stau- und Fallhöhe und setzt zusätzliche freiwillige Begleitmaßnahmen um. Dazu zählen unter anderem eine höhere Wasserabgabe über den Umlaufberg sowie Schotterzugaben im Oberlauf des Kamp. Im Gegenzug stimmten NGOs und Bürgerinitiativen der Modernisierung zu.

Ein historischer Standort mit konfliktreicher Vergangenheit

Das Wasserkraftwerk Rosenburg wurde 1908 von der Stadtgemeinde Horn errichtet und steht sinnbildlich für den Aufbau der Stromversorgung in Niederösterreich. Gleichzeitig ist Rosenburg ein Symbol für den Widerstand gegen Wasserkraftprojekte: Bereits in den 1960er-Jahren führten Proteste zum Rückzug von Plänen für eine vierte Staumauer.

Seit vielen Jahren standen Modernisierungspläne für den bestehenden Standort im Zentrum eines neuerlichen Konflikts. Während die EVN dem Kraftwerk eine Zukunft im Sinne der Energiewende geben wollte, sahen Gegner darin einen unverhältnismäßigen Eingriff in ein wertvolles Naturgebiet. Zahlreiche Gespräche blieben lange ohne Ergebnis. 

Statements:

Tom Hansmann, Umweltanwalt

„Gerade wenn es um Konflikte zwischen Klima- und Naturschutz geht, bringen wir die unterschiedlichen Interessen an einen Tisch, um tragfähige Lösungen zu ermöglichen. Voraussetzung dafür sind aber zwei Seiten, die aufeinander zugehen wollen. Die EVN ist dafür von den ursprünglichen Modernisierungsplänen abgerückt. Die NGOs haben sich auf den schwierigen Weg gemacht, an einem Kompromiss für ein Wasserkraftprojekt mitzuarbeiten. Ich darf anerkennend den Mut und das Durchhaltevermögen sowie das wertschätzende Miteinander aller Beteiligten hervorheben.“ 

Stefan Zach, Unternehmenssprecher der EVN AG

„Als Landesenergieversorger ist es unser Auftrag möglichst viel erneuerbare Energie zu produzieren. Aber wir haben einen guten Kompromiss im Sinne des Großen und Ganzen gefunden. Und vielleicht auch einen guten Start für die zukünftige Zusammenarbeit mit den maßgeblichen Umweltschutz-NGOs. Dafür und für die lösungsorientierte Leitung durch die NÖ Umweltanwaltschaft möchten wir uns herzlich bedanken.“ 

Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes: 

„In Österreich sind nur noch 10 % der Flüsse ökologisch intakt, längere freie Fließstrecken sind kaum noch vorhanden. Für deren Schutz und den Erhalt gefährdeter Arten sind deshalb Modernisierung und Effizienzsteigerung bestehender Kraftwerke immer einem Neubau vorzuziehen. Daher begrüße ich den Kompromiss mit der EVN in Sachen Rosenburg, der jedenfalls den Grundsätzen eines naturverträglichen Ausbaus der Wasserkraft entspricht. Um den Artenreichtum und die Gewässer-Ökosysteme in Österreich schützen zu können, muss die Effizienzsteigerung in der Wasserkraft auch im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) stärker berücksichtigt werden.“

Erhard Kraus, LANIUS

„Es liegt eben im Wesen eines Kompromisses, dass sich die Konfliktparteien aufeinander zu bewegen und nicht auf harten Positionen verharren. Für die Naturschutzverbände war es die größte Herausforderung die Idee der völligen Entfernung des Wehres mit der Zurückgewinnung eines drei Kilometer langen, ökologisch intakten Flussabschnitts aufzugeben. Doch der ausverhandelte Mehrwert einer deutlich erhöhten, dynamischen Restwassermenge, die Kieszugabe zur Anlage von Laichplätzen und das Artenschutzprojekt Huchen als freiwillige Zusatzmaßnahmen der EVN überzeugten schließlich auch alle am Prozess beteiligten Vertreter der Naturschutzorganisationen.“

Clemens Feigl, Bürgerinitiative Lebendiger Kamp

„Die Bürgerinitiative Lebendiger Kamp begrüßt, dass der über zehn Jahre andauernde Einsatz für eine in Österreich einzigartige naturnahe Flusslandschaft zu einem vertretbaren Kompromiss geführt hat. Sie dankt allen beteiligten Bewohnern und Bewohnerinnen der Region für die Unterstützung und die bereitwillige Leistung tausender freiwilliger Arbeitsstunden und der EVN für die Bereitschaft zur Konfliktlösung.“