Fernwärmetechnik erstmals angeboten

13.05.2026

(FGW) – Durch die Energiewende steigt der Bedarf an Fachkräften – und damit die Beschäftigungsmöglichkeiten in sogenannten Green Jobs. Die Nah- und Fernwärmebranche hat darauf reagiert: Seit 2024 gibt es in Österreich den neuen Lehrberuf „Fernwärmetechnik”, alleinstehend in der EU.

Green Jobs sind angesagt und nachgefragt. Und die Energiewende sorgt für steigenden Bedarf nach sauberen Energieformen wie der Nah- und Fernwärme und deren Ausbau. Für das Errichten der Leitungsnetze und die Installation und Wartung der Heiz- und Warmwasser-Anlagen in österreichischen Haushalten bedarf es bestens ausgebildeter Fachkräfte.

Die 3,5 Jahre dauernde Lehrausbildung für den/die Fernwärmetechniker:in vermittelt eine fundierte Ausbildung in der Fernwärme- und Installationstechnik, Fernwärmeerzeugung und -verteilung sowie im Bereich Service und Wartung.  Mit einem Einstiegsgehalt von € 2.880,- bis € 3.180,- lt. Kollektivvertrag ist der Lehrberuf auch überdurchschnittlich gut entlohnt.

Der neue Lehrberuf wird derzeit in der Landesberufsschule Zistersdorf im niederösterreichischen Weinviertel sowie in der LBS 4 Graz angeboten. Die erste Klasse für Fernwärmetechnik startete im September 2024, in Graz lernen seit April 2026 elf Schüler den Beruf im Sinne der dualen Ausbildung.

Was ist ein Green Job?

Die Frage ist wichtig genug, dass die Europäische Union dazu eine Definition formuliert hat. Demnach sind Green Jobs Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Die Frage stellen sich auch viele Jugendliche, die vor der Berufswahl stehen.

Die Aufgaben der Lehrlinge sind vielfältig:

• Projektierung, Beauftragung sowie Kontrolle der Ausführung von Investitionsprojekten (insbesondere Fernwärmenetze, Wärmezentralen und -übergabestationen)

• Planung und Überwachung der Abwicklung von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Anlagen und Netzen

• Technische Prüfung sowie Inbetriebnahme bzw. Abnahme von neu errichteten Anlagen und Netzen

Heute wird Nah- und Fernwärme zu 64 Prozent aus erneuerbaren Energien und brennbaren Abfällen erzeugt. Die Hälfte der 100 größten Städte Österreichs werden mit Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern versorgt. Die thermische Reststoffverwertung bringt einen zusätzlichen Win-Win-Effekt: Der Müll wird verbrannt und daraus entsteht Wärme für die Fernwärmeversorgung. Moderne Technologien wie Power-to-Heat, hocheffiziente KWK und Großwärmepumpen gehören in das Portfolio der Fernwärmeerzeuger. Damit spart die Fernwärme in Österreich jährlich Millionen Tonnen an CO2, reduziert laufend die Abhängigkeit Österreichs von fossilen Energieträgern und trägt zur Verringerung der Feinstaubbelastung bei.

Alle Informationen zum Lehrberuf finden Sie unter https://www.fernwaerme.at/lehrberuf-fernwaermetechnik und beim AMS: https://www.karrierekompass.at/berufe/5835-FernwaermetechnikerIn/

Weiters bietet die WKÖ Infos für interessierte Unternehmen mit einer Checkliste für die betriebliche Ausbildung unter https://www.wko.at/lehre/berufs-brancheninfo-fernwaermetechnik. Hier finden Sie alle Infos vom Ausfüllen und Anmelden des Lehrvertrags bis zur Anmelden zur Lehrabschlussprüfung.