
(PA_Austrian_Standards) – Wie sollen Photovoltaikmodule und thermische Solarkollektoren künftig auf Dächern und Fassaden montiert werden? Die Revision der ÖNORM M 7778 liegt dazu nun zur öffentlichen Stellungnahme auf. Bis 27. Oktober 2026 können Fachleute, Unternehmen, Organisationen und weitere Interessierte ihre Erfahrungen und Hinweise einbringen. Denn bevor eine ÖNORM veröffentlicht wird, kann die Öffentlichkeit den Entwurf prüfen und kommentieren.
Vom Praxisbedarf zum gemeinsamen Standard
Am Anfang eines Standards steht ein konkreter Bedarf aus der Praxis. Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen bringen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und verschiedene Perspektiven ein und erarbeiten gemeinsam einen Entwurf. Austrian Standards schafft dafür den organisatorischen Rahmen und managt den Standardisierungsprozess.
Ein wesentlicher Schritt sind dabei die öffentlichen Stellungnahmen: Der Entwurf wird öffentlich zugänglich gemacht und kann geprüft sowie kommentiert werden. Wer mit den späteren Anforderungen arbeitet, wer Auswirkungen auf die Praxis erkennt oder Verbesserungsvorschläge hat, bekommt somit die Möglichkeit, wichtiges Wissen einzubringen. Erfahrungen und Problemstellen aus der täglichen Praxis fließen so in die Weiterentwicklung von Standards mit ein. Damit können auch Personen und Organisationen, die nicht an seiner Erarbeitung beteiligt waren, ihre Sichtweise einbringen.
Jeder Kommentar wird behandelt
Die öffentlichen Stellungnahmen sorgen dafür, dass zusätzliche Erfahrungen und Sichtweisen in die weitere Arbeit einfließen können. Dabei gilt: Jeder eingebrachte Kommentar wird geprüft und im zuständigen Normungskomitee behandelt. Ziel des Standardisierungsprozesses ist es, unterschiedliche fachliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. So trägt die öffentliche Stellungnahme zu einem transparenten Prozess bei und dazu, Standards praxistauglich, nachvollziehbar und für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu gestalten.
„Bei der Montage von Photovoltaikanlagen muss eine Vielzahl baulicher Voraussetzungen und technischer Anforderungen eingehalten werden. Bei der Erstellung der entsprechenden Norm treffen unterschiedliche Interessen und Perspektiven aufeinander. Entscheidend ist daher nun die öffentliche Begutachtung: Es gilt zu prüfen, ob der Entwurf die unterschiedlichen Interessen angemessen berücksichtigt oder ob an einzelnen Stellen noch nachgebessert werden muss“, sagt Magdalena Frank vom Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria, zuständig für „Technik Photovoltaik & Speicher“ und Teil der Normenarbeitsgruppe.
Worum geht es bei der ÖNORM M 7778?
Der Entwurf der ÖNORM M 7778 legt Anforderungen an die Montageplanung und Montage von Photovoltaikmodulen, thermischen Kollektoren und Kombinationen daraus fest. Er umfasst Anwendungen auf geneigten und flachen Dächern sowie auf hinterlüfteten Fassaden. Damit ist das Thema für unterschiedliche Bereiche relevant: von Photovoltaik und Solarthermie über Dachdeckerei, Spenglerei und Fassadenbau bis hin zu Planung und Ausführung.
Jetzt ist der Zeitpunkt, Erfahrung und konstruktive Kritik einzubringen
Bis 27. Oktober 2026 können Interessierte den Entwurf einsehen und Stellungnahmen abgeben. Damit besteht noch vor Veröffentlichung der ÖNORM die Möglichkeit, konkrete Einwände, Praxiserfahrungen und Änderungsvorschläge einzubringen.
Hier der Direktlink zur Stellungnahme. Stellungnahmen sind nach erfolgter Registrierung möglich.

