
(PA_Envirotec) – Die Kläranlage Las Esclusas im Süden von Guayaquil in Ecuador setzt neue Maßstäbe in der Abwasserreinigung Südamerikas. Das Vorarlberger Unternehmen EnvironTec war dabei als Spezialist für die Biogaslinie maßgeblich an der Umsetzung beteiligt und machte die Anlage durch eine effiziente Biogasverwertung zu einem nachhaltigen Vorzeigeprojekt in der Region.
Guayaquil, eine der größten Städte Ecuadors, stand noch vor wenigen Jahren vor einer großen Herausforderung: Rund 80 Prozent des Abwassers wurden unzureichend behandelt und gelangten direkt in die Vorfluter. Mit der Kläranlage PTAR Las Esclusas wurde dann durch die Inbetriebnahme 2022 und den Regelbetrieb ab 2024 ein entscheidender Schritt realisiert. Die Anlage behandelt nun das Abwasser von rund 1,1 Millionen Menschen, nutzt Schlamm zur Biogasproduktion und trägt so aktiv zur umweltgerechten Energiegewinnung bei.
Als zentraler Technologiepartner war EnvironTec aus Nüziders in Vorarlberg maßgeblich für die Auslegung, Lieferung und Optimierung der Biogaslinie verantwortlich. „Heute ist die PTAR Las Esclusas weit mehr als eine klassische Kläranlage. Sie ist ein Vorzeigeprojekt und Meilenstein für urbane Infrastruktur und nachhaltige Ressourcennutzung in Südamerika“, resümiert Walter Bilgeri, Geschäftsführer von EnvironTec.
Herausforderungen durch Biogas-Charakteristik
Das international geführte Projekt zielte von Beginn an darauf ab, eine effektive Abwasserbehandlung aufzubauen, den anfallenden Schlamm zu verwerten und das gewonnene Biogas energetisch zu erschließen. EnvironTec entwickelte dafür eine flexible Systemarchitektur, die das ursprünglich starre Konzept optimal an die lokalen Gegebenheiten anpasste. „Unser Ziel war es, eine effiziente Verwertungslinie zu errichten, die das vorhandene Biogas optimal nutzt und gleichzeitig höchste Betriebssicherheit bietet“, ergänzt Bilgeri.
Die technischen Anforderungen waren dabei anspruchsvoll: Denn das Biogas vor Ort ist feucht, kondensat- und schwefelhaltig sowie potenziell stark verschmutzt, wodurch die sichere Führung und Abscheidung von Schaum, Kondensat, H2S und Partikeln besonders relevant wird. EnvironTec begegnete diesen Herausforderungen mit innovativen Lösungen: Ein bewährtes System von Schaumfallen erkennt den Schaum direkt beim Austritt aus den Fermentern und führt diesen kontrolliert in den Prozess zurück bzw. ab. Dadurch wird Wasserverbrauch reduziert und die Effizienz gesteigert. Ergänzend sorgen Kiesfilter für eine zuverlässige Abscheidung von Staub, Partikeln und Schaumresten und erhöhen die Betriebssicherheit der Anlage. Darüber hinaus lieferte EnvironTec für den Betrieb der Biogaslinie unter anderem Doppelmembran-Gasspeicher, Notfackeln, Gasreinigung und Sicherheitsventile. Insgesamt ist die Anlage nun so ausgelegt, dass Energie- und Medienflüsse flexibel gesteuert werden können. Das ermöglicht einen stabilen Betrieb, vereinfacht Wartung und schafft Spielraum für zukünftige Anpassungen.
Nachhaltige Energiegewinnung und Wertschöpfung vor Ort
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts war den Verantwortlichen die lokale Wertschöpfung. EnvironTec unterstützte Engineering und Montage vor Ort und trug so dazu bei, technisches Knowhow und Kompetenz in Ecuador aufzubauen. Bereits seit über einem Jahr leistet die fertiggestellte Anlage nun auch einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung: Drei BHKW-Module erzeugen zusammen 1,8 Megawatt elektrische Leistung und nutzen das anfallende Biogas effizient zur Stromproduktion. Freddy Yagual, Leiter des zuständigen Planungsbüros Zienz Group, betont den praktischen Nutzen der Partnerschaft: „Die Entscheidung für EnvironTec fiel nicht nur aufgrund des Preis-LeistungsVerhältnisses, sondern vor allem wegen der kontinuierlichen Begleitung während des gesamten Prozesses. Bislang hat zudem keine einzige Komponente Probleme verursacht – das spricht für die hohe Zuverlässigkeit und Qualität der gelieferten Lösungen.“
Benchmark für Abwasserreinigung in Südamerika
Das Gesamtprojekt der PTAR Las Esclusas in Guayaquil umfasst insgesamt Investitionen von rund 205 Millionen US-Dollar aus internationaler Finanzierung sowie 16,4 Millionen US-Dollar lokaler Eigenmittel. Es entstand eine Anlage, die sowohl die Abwasserbehandlung verbessert als auch zusätzliche Energiepotenziale für die Region erschließt und Wertschöpfungseffekte hebt. „Damit setzt die Kläranlage sicher auch einen Maßstab für moderne Abwasserbewirtschaftung in Südamerika“ so EnvironTec-CFO Astrid Berthold abschließend.
Interessierte Fachbesucher können sich auf der IFAT 2026 in München – Halle A4, Stand 408 – von der EnvironTec-Technologie überzeugen, die einzige Gasfackel auf der Messe begutachten und sich über mehrere Best Practice Beispiele informieren.

