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Holz als Energielieferant

18.04.2018 11:02


Fotocredit: LK NÖ/Franz Gleiß

(PA_LK Niederösterreich) Im Jahr 2017 wurden insgesamt rund 11.000 Biomasseheizungen errichtet. Das sind um 6,6 % mehr als im Jahr 2016. Vor allem bei Pellets und Hackgut war ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Bei Ölheizungen konnte trotz niedriger Ölpreise, intensiver Werbekampagnen und Förderungen der Mineralölwirtschaft der Zuwachs mit 2 % und damit 5.100 Kesseln geringgehalten werden. Die Biomasse-Heizungserhebung 2017 der Landwirtschaftskammer Niederösterreich zeigt, dass trotz Zuwächsen im Biomassebereich dennoch Handlungsbedarf besteht. Die Verwendung regional verfügbarer Biomasse muss weiter forciert werden.

Biomasse aus dem Wald ist aktiver Umweltschutz und regionale Wertschöpfung. Durch die Nutzung des heimischen, nachwachsenden Rohstoffs Holz werden die begrenzten Reserven an fossilen Brennstoffen geschont und ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz erzielt. „Unsere Klimapflichten verlangen erneuerbare Energieträger. Holz ist die perfekte Antwort darauf. Noch dazu schafft Holz wertvolle Arbeitsplätze und Brennstoff sowie Technik sind intelligente Produkte aus der Region. Die Erhebung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich zeigt, dass der Markt diese Prioritäten verstanden hat.“, so Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes.

Gewerbeobjekte & großvolumiger Wohnbauten profitieren von Biomassekesseln. Besonders in großvolumigen Bauten ist und bleibt Holz eine attraktive Alternative zu fossilen Brennstoffen. Dies zeigt auch die Biomasse-Heizungserhebung 2017 deutlich auf. So wurden 2017 weit mehr Anlagen errichtet als im Jahr davor. 330 Hackgutkessel und 106 Pelletskessel sorgen im größeren Leistungsbereich für nachhaltige Wärme.

Doch nicht nur hier schafft die Verwendung von Biomasse Vorteile. Auch in Bezug auf den Borkenkäfer profitieren Waldbesitzer und Konsumenten gleichermaßen von der Einsatzmöglichkeit. „Der Klimawandel führt im Wald zur rasanten Insektenvermehrung. Schadkäfer zerstören ganze Waldgebiete, das geschädigte Holz kann nur noch für die Strom- und Wärmeproduktion sinnvoll eingesetzt werden. Biomasse ist somit die Antwort auf unsere Käferproblematik“, gibt Schultes einen weiteren Mehrwert von Biomasseheizungen an.

Energiestrategie der Bundesregierung fördert nachhaltige Energiezukunft. Die unzähligen Vorteile von Holz als Energielieferant hat auch die Bundesregierung erkannt. Im Rahmen ihrer Energiestrategie wurde der Startschuss für ein Energiesystem ohne fossile Energieträger gesetzt. „Diese Strategie wird von uns voll und ganz unterstützt. Denn was ist besser für unsere Regionen als nachhaltige und klimaschonende Biomasse aus unseren Wäldern“, erklärt Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes.

Hintergrundinformation zur Biomasse-Heizungserhebung der LK NÖ. Seit 38 Jahren führt die Landwirtschaftskammer NÖ diese einzigartige Biomasse-Heizungserhebung durch. 40 Firmen stellten heuer erforderliche Daten zur Verfügung und schufen damit die Basis für länderspezifische Analysen, Berichte sowie wissenschaftliche Studien. Die Erhebung erfasst Anlagen für Stückholz, Hackgut sowie Pellets und unterscheidet zwischen Kleinanlagen (bis 100kW: Haushalte // Objektversorgung - Geschoßwohnbau, Kommunalbau), mittleren Anlagen (100kW – 1000kW: Objektversorgung - Geschoßwohnbau, Kommunalbau // Großanlagen (ab 1MW: Fernwärme // Industrie)

2017 errichtete Biomasseanlagen
Kleinanlagen (bis 100 kW):

  • 1.982 Hackgut
  • 2.750 Stückholz
  • 5.118 Pellets
  • 775 Kombikessel (Stückholz/Pellets) – 10.625

Mittlere Anlagen (101 – 1.000 kW): 415 (106 Pellets, 309 Hackgut)
Großanlagen (über 1.000 kW): 21

Bundesländer im Vergleich:
2017 gesamt (alle Leistungskategorien) Hackgut, Stückholz, Pellets, Stückholz/Pellets-Kombi: 

Niederösterreich   3.136 Kessel (28,4%)
Steiermark2.407 Kessel (21,8%)
Oberösterreich2.312 Kessel (20,9%)
Kärnten1.107 Kessel (10,0%)
Tirol751 Kessel (6,8%)
Salzburg654 Kessel (5,9%)
Burgenland403 Kessel (3,6%)
Vorarlberg246 Kessel (2,2%)
Wien45 Kessel (0,4%)

11.061 Kessel (100%)